Hype-Check

„Replit hat sich von Anthropic getrennt“: ein Satz von der Bühne gegen frische Belege

Replits Chef sagte auf der Bühne, man sei mit Anthropic fertig, doch eine Quelle, eigene Beiträge des Unternehmens und fehlende Zahlen zeichnen ein unklareres Bild.

Was behauptet wurde

Auf dem TechCrunch Disrupt sagte Replit-Chef Amjad Masad, seine Firma arbeite nicht mehr mit Anthropic zusammen. Gründe: Kosten, Partnerschaft und Leistung. „ChatGPT ist jetzt besser“, und OpenAI sei „vorerst der bessere Partner“. Die Überschriften machten daraus einen klaren Bruch.

Was tatsächlich vorliegt

Die Aussage ist eine mündliche Äußerung ohne Beleg. Replit nannte keine Zahlen: keinen Kostenvergleich, keine Benchmark-Werte, keinen Umsatz. Masad sagte nur, ein interner und ein öffentlicher Benchmark sprechen beim Bau von Apps von Grund auf für OpenAI-Modelle, ohne Tests oder Ergebnisse zu nennen.

Die Umstände sprechen dagegen. Eine mit der Partnerschaft vertraute Person sagt, sie bestehe weiter. Ein Replit-Blogbeitrag von Ende September beschrieb Claude-Modelle in der Produktionsumgebung von Replit Agent, und ein Produktmitarbeiter postete etwa zur gleichen Zeit über den Einsatz von Opus. Die OpenAI-Partnerschaft wurde erst im August verkündet, und nichts deutete öffentlich auf einen Abschied von Anthropic hin.

Warum die Überschrift übertreibt

„Arbeitet nicht mehr zusammen“ kann ein Vertragsende, einen kleineren Traffic-Anteil oder eine Verhandlungsposition bedeuten. Ein Chef auf der Bühne hat jeden Grund, den neuen Partner zu loben. Bis Replit Klarheit schafft, gilt: Das Unternehmen rückt in Richtung OpenAI und sagt das laut, während der Umfang des Anthropic-Ausstiegs unbelegt bleibt. Das ist ein Hinweis auf die Anbieterverteilung, kein Urteil darüber, welches Modell besser ist.