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Apate schickt KI-Agenten als Betrugsopfer los

Ein australisches Startup beschäftigt Betrüger mit Scheinopfern und sammelt Daten zu ihren Maschen: Konten, Wallets, Nummern, Seiten.

Das australische Startup Apate.ai, hervorgegangen aus Forschung an der Macquarie University in Sydney, hat eine ungewöhnliche Abwehr gegen Telefon- und Online-Betrug gebaut: Tausende KI-Agenten, die naive Opfer spielen und Zeit schinden.

So funktioniert es

Die Agenten gehen an Betrugsanrufe, antworten auf Nachrichten und E-Mails, folgen Phishing-Links und treten Social-Media-Gruppen bei. Sie unterscheiden sich in Alter, Geschlecht und Akzent und sprechen mehrere Sprachen. Ihr Auftrag: den Betrüger im Gespräch halten, bis er ein Bankkonto, eine Krypto-Wallet, eine Telefonnummer oder eine Fake-Seite preisgibt. Kunden erhalten die Ergebnisse in einem Portal und können Aufträge vergeben, etwa eine Kontonummer zu beschaffen.

Die Idee entstand, als Gründer Dali Kaafar bei einem Familienpicknick 44 Minuten mit einem Betrüger telefonierte und sich fragte, ob sich das automatisieren lässt.

Zahlen vom Unternehmen

Laut Apate haben die Agenten in 2,5 Millionen Gesprächen 17 Jahre Betrügerzeit verschwendet. Zu den Kunden zählen die Commonwealth Bank of Australia und der Telekom-Anbieter TPG, der knapp 590.000 Anrufe auf die Agenten umleitete. Commonwealth meldet einen Rückgang öffentlich gemeldeter Betrugsverluste um 76 Prozent. Diese Zahlen stammen von der Firma selbst.

Geld und Pläne

Im August sammelte das Startup 8,15 Millionen Dollar Seed-Kapital ein, insgesamt knapp 10 Millionen. Das Team hat 20 Leute, als Nächstes folgen ein Büro in London und mehr Präsenz in den USA.