Hype-Check: Gudea und der „Sturmmelder des Internets“

Das Start-up verspricht, Gerüchte vor dem Kippen in eine Krise zu erkennen, doch die wichtigsten Zahlen stammen von den Gründern selbst.

Die Behauptung

Gudea nennt sich „Sturmmelder des Internets“: Eine KI wertet über 500 Plattformen aus, erkennt, wer eine Debatte antreibt, und zeigt Firmen, wie sie eine Social-Media-Krise abwenden, bevor sie beginnt.

Warum das aufgebläht ist

  • Eine Zahl ohne Methode. Laut CEO stieg der Anteil unechter Aktivität von jedem vierten auf neun von zehn Beiträgen. Eine Stichprobe wird nicht genannt, „unecht“ nicht definiert.
  • Kunden ohne Namen. Genannt werden nur Kategorien wie „ein Fortune-50-Konzern“, was sich nicht prüfen lässt.
  • Widersprüche. Als Gründungsjahr tauchen sowohl 2021 als auch 2023 auf.
  • Zukunft als Gegenwart verkauft. Geolokalisierung bis auf Blockebene und Anzeigentests vor dem Start sind nur Pläne.
  • Es ist ein Pitch. Der Text entstand aus einem Auftritt bei einem Start-up-Wettbewerb, eine unabhängige Genauigkeitsprüfung gibt es nicht.

Fazit

Werkzeuge zur Analyse der Informationsverbreitung sind nötig, doch bisher sehen wir eine selbstbewusste Präsentation und keine belegte Genauigkeit.