Die Zahlen
Anthropic hat am Montag sein S-1 bei der SEC eingereicht. Der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 lag bei 16,3 Milliarden Dollar, im Vorjahreszeitraum waren es 1,2 Milliarden. Zum 30. September hatte das Unternehmen mehr als 11.900 Kunden mit mindestens 100.000 Dollar Jahresausgaben, über 1.900 mit mehr als einer Million und rund 250 mit mehr als zehn Millionen. Die Netto-Umsatzbindung lag bei etwa 900 Prozent, was Anthropic damit erklärt, dass Kunden Claude in ganzen Organisationen ausrollen.
Wie Kunden gehalten werden
Das Muster heißt Land and Expand. Ein Unternehmen beginnt mit der API, dann kommt Claude Code für Entwickler und Cowork für alle anderen dazu. Über die Hälfte der Kunden mit 100.000 Dollar und mehr nutzt inzwischen sowohl die Claude Platform als auch eine eigene App, Ende des Vorjahres waren es etwa 30 Prozent. Die obersten 5 Prozent der Claude-Enterprise-Kunden, die Claude Code nutzen, geben im Monat rund 20-mal so viel aus wie jene ohne. Ein Applied-AI-Team hilft bei der Integration, und ein Gemeinschaftsunternehmen mit Blackstone und anderen Investoren stellt Ingenieure beim Kunden ab.
Vertrieb über die Clouds
Anthropic verkauft auch über AWS, Google Cloud und Azure. Den Direktvertrag mit dem Kunden behält es und zahlt dem Cloud-Anbieter eine Gebühr.
Risiken laut Antrag
Die Cloud-Partner sehen Anthropic zunehmend als Konkurrenten und könnten bei knapper Rechenleistung sich selbst oder ihre Beteiligungen bevorzugen. Außerdem hängt das Unternehmen an wenigen Großkunden, ein starker Rückgang deren Ausgaben würde schmerzen.