Wagniskapitalgeber folgen seit Langem einer ungeschriebenen Regel: Man investiert nicht in zwei Firmen, die um denselben Kunden kämpfen. Auf der TechCrunch Disrupt räumten Partner von Benchmark ein, dass der KI-Boom diese Abmachung aushöhlt.
Woher die Spannung kommt
OpenAI und Anthropic teilen sich Dutzende Investoren. Ende September entließ das Startup Factory den Berater und Beobachter im Verwaltungsrat Chris Degnan wegen "unethischen Verhaltens im Zusammenhang mit Cognition", einem direkten Konkurrenten. Laut Factory-Chef sprach Degnan über einen Job bei Cognition, während er Einblick in Gespräche auf Vorstandsebene hatte. Degnan sagt, er sei bereits zurückgetreten, habe nichts Vertrauliches weitergegeben und wechsle als Chief Revenue Officer zu Cognition. Vinod Khosla, dessen Fonds beide Firmen unterstützt, stellte sich öffentlich auf seine Seite.
Was die Benchmark-Partner sagten
Eric Vishria: Firmen ändern schnell ihre Richtung, Konflikte seien daher unvermeidlich. Der Fonds halte alles Gelernte vertraulich und bleibe jedem Gründer treu. Chetan Puttagunta: Wenn die Kosten für Softwareentwicklung gegen null sinken, greifen Gründer nach größeren Feldern und stoßen öfter aufeinander. Peter Fenton nannte es das schwierigste Problem des Fonds und sagte, Transparenz sei die goldene Regel: Hinterher dürfe es keine Überraschung geben.
Was das bedeutet
Niemand erklärt die Regel für tot, doch die Offenheit zeigt die Richtung: Überschneidungen werden häufiger. Gründer sollten Fonds fragen, wie sie mit Konflikten umgehen, bevor der Scheck unterschrieben ist.