Intero Biosystems, ein Start-up aus Denver und Ausgründung der University of Michigan, züchtet im Labor winzige Modelle des menschlichen Darms und verkauft sie an Wirkstoffentwickler als Ersatz für Tierversuche. Das Argument: Mäuse sagen die Reaktion eines Menschen auf ein Medikament oft schlecht voraus, während flache Zellschichten in der Schale zu simpel sind.
Das Produkt
Das Hauptprodukt GastroScreen ist ein Organoid von etwa einem Millimeter Größe. Es enthält mehrere Zell- und Gewebetypen eines echten Darms und wird in Chargen von rund 100 Stück geliefert. Kunden können gesundes Gewebe nutzen oder einen krankheitsähnlichen Zustand auslösen. Die Organoide wachsen aus induzierten pluripotenten Stammzellen, die sich aus einer Blutprobe gewinnen lassen. Das macht die Herstellung skalierbar und personalisierbar. Manche Konkurrenten sind auf Gewebe aus Eingriffen wie einer Darmspiegelung angewiesen.
Wie weit es ist
Intero sagt, man befinde sich in der zweiten von drei Validierungsstufen. Die Modelle enthalten die wichtigen Darmgewebe und reagieren wie erwartet auf bekannte Entzündungshemmer und auf darmschädigende Stoffe. Die letzte Stufe vergleicht die Ergebnisse mit Tier- und klinischen Daten der Pharmafirmen, mehrere davon führen solche Studien bereits durch.
Geschäft und Regulierung
Das Unternehmen hat sieben Beschäftigte, knapp zehn Kunden, 2,3 Millionen Dollar Pre-Seed-Kapital und im vergangenen Jahr gut 400.000 Dollar Umsatz. Aktuell entstehen einige tausend Organoide pro Durchgang, angestrebt sind Hunderttausende. Die FDA will weniger Tierversuche und hat einen Leitlinienentwurf zur Validierung neuer Methoden vorgelegt, ohne eine einzelne zu empfehlen. Langfristig spricht Intero davon, Medikamente an den Zellen des Patienten selbst zu testen.